Sollten sich zufällig einige Informatiker bzw. Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung hierher "verirrt" haben, dann mag das daran liegen, dass die Abkürzung "SDL" in der IT-Welt für "Specification and Description Language" steht. Dabei handelt es sich um eine standardisierte sogenannte Modellierungssprache. Wer aber hier nach PAPs oder Blockdiagrammen sucht, der wird dies vergeblich tun und muss vielleicht zum nächsten Suchmaschinentreffer weiterziehen. Unter dieser URL wird ein gänzlich anderes Thema behandelt.

Das Kürzel "SDL2007" steht für das "Schultheater der Länder im Jahr 2007". Wir begeben uns also auf die kulturelle Ebene der Darstellungskunst. Wer möchte nicht einmal in die Rolle einer anderen Individualität schlüpfen und Schauspieler sein? Dazu aber einige Vorbemerkungen.

Schultheater oder das Schulspiel haben eine sehr lange Tradition. Häufig werden dabei Stücke aus der klassischen Literatur einstudiert und vor einem Schulpublikum, etwa Lehrern, Eltern oder Schülern anderer Klassen und Schulen, zur Aufführung gebracht. Viele Mitglieder einer Schultheatergruppe erbringen dabei häufig durch ihr hohes Engagement bereits ohne eine fundierte Ausbildung auf diesem Gebiet sehr professionelle Leistungen. Klassische Stücke dienen dabei einer sehr guten vergleichenden Bewertbarkeit durch Lehrkräfte und das Publikum. Aber weiterführend werden inzwischen in fast jedem Schultheater auch eigene Theaterstücke entwickelt. Die allgemeine Kreativität hat sich dadurch ständig weiterentwickelt und so manches im Schulspiel entworfene Stück hat es schon auf "die Bretter, die die Welt bedeuten" geschafft.

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Heutzutage ist die Organisation der Schultheater schon als semi-professionell zu bezeichnen. Ausgehend von einer starken Reaktivierung diese Bereichs Ende der 1970er wurden öffentliche Auftritte der Schultheatergruppen bereits auf Länderebene systematisch geplant und durchgeführt. Eine staatlich über die Lehrerfortbildung geförderte Qualifizierung zum Spielleiter eines Schultheaters brachte in der internen Struktur sehr starke Verbesserungen. So wurde schon 1980 ein erster Bundeswettbewerb unter dem Motto "Schüler machen Theater" zur Ausschreibung gebracht. Daneben gab es ein "Theatertreffen der Jugend". Ab 1985 folgte dann das "Schultheater der Länder" als das länderübergreifende Schultheaterereignis. Sogar ein eigenes Unterrichtsfach, das "Darstellende Spiel" entwickelte sich in diesem Zuge.

Über das Konzept der Schultheaterpädagogik soll hier nicht ausführlich berichtet werden. Dazu gibt es viele gute Darstellungen in den Tiefen des Internets. Anzusprechen sind in diesem Zusammenhang die sogenannten Schlüsselqualifikationen: Rhetorik, Kommunikations- und Teamarbeit, Kreativität und Ästhetik. In diesen Bereichen werden Mitglieder des Laienschauspiels besonders gefördert und bestärkt. Das Konzept des ganzheitlichen kreativen Lernens wird dabei sehr effektiv unterstützt.

Das "Schultheater der Länder" bildet also für die meisten, auf Landesebene qualifizierten Schultheatergruppen den absoluten Höhepunkt ihres Schaffens. Nicht oft bekommen die jungen Schauspieltalente eine solche Möglichkeit, sich einem so großen Publikum präsentieren zu können. Da machen einige die ersten Erfahrungen mit dem "richtigen Lampenfieber". Die VW-Stadt Wolfsburg bildete nicht nur wegen ihrer zentralen Lage innerhalb Deutschlands eine würdige Kulisse als Ausrichter des Treffens. Durch eine hervorragende Gesamtorganisation hinterließ das Treffen bei allen Teilnehmern einen bleibenden Eindruck. Und mancher Schulrucksack 4you, McNeill oder Scout war danach eine Urkunde bzw. sogar einen Pokal schwerer...